Interview mit Arne Vollstedt, fodis
"Für mich ist die Fotografie die Schnittstelle zwischen Leben und Kreativität."
Hamburg. Der Hamburger Fotograf Arne Vollstedt hat sich auf die Fotografie von Firmenevents und Unternehmen spezialisiert. Unter dem Namen fodis – fotografie & design – begleitet er Netzwerk-Veranstaltungen, Jubiläumsfeiern und Messen und sorgt für die bildliche Gestaltung von Imagebroschüren, Flyern und Internetseiten.
hamburg.business-on.de: Herr Vollstedt, wie sind Sie zur Fotografie gekommen?
Arne Vollstedt: Meine erste Kamera habe ich mit sieben oder acht Jahren geschenkt bekommen. Mein Vater hat sich zu dieser Zeit schon intensiv mit Schwarz-Weiß-Fotografie beschäftigt, so dass ich durch ihn bereits einiges über Fotografie mitbekommen hatte. Ich bin als Kind gerne durchs Haus gestreift, habe mir alle Dinge sehr genau angeschaut, war immer auf der Suche nach kleinen Details und ungewöhnlichen Funden. Nun hatte ich auch die Möglichkeit, diese Dinge mit meiner eigenen Kamera festzuhalten. Mit zehn Jahren habe ich an einem Kurs für Schwarz-Weiß-Fotografie und Laborarbeit teilgenommen. Die Fotografie wurde zum Hobby. Mir hat es Freude gemacht, die alltäglichen und außergewöhnlichen Momente in Bildern festzuhalten, Momente, in denen etwas zusammenkommt, was sich dem Betrachter nicht sofort erschließt. Als ich mich nach der Schule für einen Beruf entscheiden musste, habe ich gar nicht daran gedacht, eine Fotografenausbildung zu machen. Eine Freundin brachte mich damals auf diese Idee. Nach drei Jahren Lehre in Itzehoe habe ich dort noch zwei weitere als Porträt-, Industrie- und Werbefotograf gearbeitet, bevor ich 2000 nach Hamburg ging.
hamburg.business-on.de: Was fasziniert Sie besonders am Beruf des Fotografen?
Arne Vollstedt: Für mich ist die Fotografie die Schnittstelle zwischen Leben und Kreativität. Ich bin unter Menschen, ich nehme für eine Zeit an ihrem Leben teil und halte dieses mit der Kamera fest.
hamburg.business-on.de: Was fotografieren Sie besonders gerne?
Arne Vollstedt: Menschen.
hamburg.business-on.de: Zu welchen Anlässen werden Sie als Fotograf hinzugezogen?
Arne Vollstedt: Ich fotografiere vor allem die so genannten Businessevents wie Eröffnungsfeiern, Messen, Mitarbeiterfeste, Jubiläumsveranstaltungen, aber natürlich auch private Anlässe. Grundsätzlich decke ich das gesamte Repertoire eines Fotografen ab.
hamburg.business-on.de: Die Konkurrenz unter den Fotografen ist, zumal in einer Stadt wie Hamburg, sehr groß. Wie kann man sich in diesem Umfeld als Fotograf behaupten?
Arne Vollstedt: Ein Fotograf muss sich wie jeder andere Unternehmer für das begeistern, was er tut, er muss sich einen guten Ruf erarbeiten und durch seine besondere Qualität aus der Masse hervorheben.
hamburg.business-on.de: Sehen Sie sich eher als Künstler oder eher als Handwerker in Ihrem Beruf?
Arne Vollstedt: Ich sehe mich eher als Handwerker. Der Künstler arbeitet in erster Linie für sich, der Handwerker für seine Kunden. Als Fotograf ist es meine Aufgabe, den Kunden zufrieden zu stellen, nicht meine künstlerischen Ambitionen auszuleben. Meine Kreativität muss ich dabei aber ganz und gar nicht einschränken.
hamburg.business-on.de: Was war Ihr bisher spannendster und interessantester Auftrag als Fotograf?
Arne Vollstedt: Die Arbeit für einen gemeinnützigen Verein mit Sitz in Deutschland, der Patenschaften für Kinder in Kenia vermittelt, die in den Slums von Nairobi leben. Ich war drei Wochen vor Ort und habe Bilder für die Homepage der Organisation gemacht. Für mich war es selbstverständlich, für diesen Auftrag kein Honorar zu verlangen. Dafür durfte ich außergewöhnliche Menschen kennen lernen. Es war eine sehr bereichernde Zeit. Ich habe nicht in einem der Luxushotels gewohnt, sondern bei der Leiterin des Vereins. Die Kinder zeigten mir ihr zu Hause und ich lernte ihre Familien kennen, Menschen, die auch von einem Leben in Wohlstand träumen, die allerdings noch nicht vergessen haben, dass es andere Dinge sind, die wirklich glücklich machen.
hamburg.business-on.de: Was ist Ihr größter Traum als Fotograf?
Arne Vollstedt: Ich würde gerne die Welt bereisen und im Auftrag von Geo und National Geographic fotografieren.
hamburg.business-on.de: Gibt es Szenen und Bilder, die Sie nicht festhalten würden?
Arne Vollstedt: Ich fotografiere Menschen nicht beim Essen. Jeder möchte so vorteilhaft wie möglich auf einem Bild aussehen und diesem Wunsch komme ich nach.
hamburg.business-on.de: Von welchen Situationen werden Sie in Ihrer Arbeit inspiriert?
Arne Vollstedt: Von Licht und Leben. Reportagefotografie bedeutet, das zu fotografieren, was passiert. Aber es kommt dabei darauf an, nicht nur den eigenen Standpunkt einzunehmen, sondern auch andere. Auf einer Veranstaltung gehe ich herum, beobachte die Menschen, die Situationen, sehe nicht nur das Offensichtliche. Ich halte mich als Fotograf im Hintergrund und fange so die großen und kleinen Begebenheiten, Gespräche, Gesten ein, ohne dabei die Menschen zu „stören“.
hamburg.business-on.de: Sie arbeiten und leben in Hamburg. Was verbindet Sie mit der Stadt?
Arne Vollstedt: Das Wasser und meine Freunde. Ich komme ursprünglich aus Dithmarschen. Die Hamburger sind den Dithmarschern sehr ähnlich, finde ich. Hamburg ist eigentlich nur größer und kulturell lebendiger. Deswegen bin ich nach Hamburg gezogen.
hamburg.business-on.de: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Vollstedt. Wir wünschen Ihnen alles Gute und viel Erfolg für das Jahr 2009.
(Redaktion)
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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Arne Vollstedt, fodis
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