Krisenhelfer Open Source
10 Gründe sich in wirtschaftlich schwierigen Zeiten mit Open Source zu beschäftigen
Hamburg. Angesichts der Wirtschaftskrise verspüren IT-Verantwortliche derzeit vor allem eines: Kostendruck. Gewinner der Krise sind deswegen Produkte und Lösungen, die helfen, Kosten einzusparen, und die gleichzeitig einen hohen Grad an Flexibilität erlauben.

Dr. Michael Bark (48) ist als Geschäftsführer bei evodion für die Bereiche Vertrieb, Marketing und Partnerschaft verantwortlich. Nach seiner Promotion als Physiker am Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY und diversen Forschungsvorhaben wandte sich Dr. Michael Bark der Informationstechnologie als Berater zu.
Ein möglicher Ansatzpunkt in diesem Zusammenhang ist das Thema Open Source: Der folgende Artikel zeigt 10 Gründe auf, warum es für Unternehmen lohnend sein kann, sich mit Open Source und seinen vielfältigen Einsparpotenzialen auseinanderzusetzen – gerade, aber nicht nur in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.
1. Unabhängigkeit von Herstellern
Der Einsatz erprobter, stabiler Applikationen, die sich an offenen Standards orientieren, ist ein lang anhaltender und nachhaltiger Trend in der IT. Ein Grund dafür gewinnt gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise an Bedeutung: Durch Open Source-Systeme lassen sich Abhängigkeiten von in der Regel teuren Herstellern reduzieren. Diese haben naturgemäß ein hohes Interesse daran, den Kunden durch proprietäre Erweiterungen an sich zu binden. Open Source dagegen bedeutet Unabhängigkeit von Herstellern und mehr Flexibilität, den Marktschwankungen zu begegnen. Problematisch kann der Einsatz proprietärer Software nämlich dann werden, wenn der Hersteller aufgrund der Krise die Weiterentwicklung seiner Software nicht mehr gewährleistet, den Support einstellt oder im schlimmsten Fall sogar Konkurs anmeldet. Für diesen Fall wären die getätigten Investitionen gefährdet. Die Verfügbarkeit des Quellcodes dagegen garantiert einen gewissen Investitionsschutz
2. Kostenloser Support
Einsparpotenziale ergeben sich auch im Bereich Support, denn die Anwender von Open Source-Systemen können den kostenlosen Support von Communities, Foren, Blocks und Tutorials nutzen. Bei kommerziellen Lösungen sind äquivalente Leistungen in dieser Form gar nicht erhältlich bzw. werden ansatzweise durch die Wartungsgebühr „erkauft“.
3. Reduktion der Entwicklungskosten
Mit freien integrierten Entwicklungsumgebungen wie beispielsweise Eclipse lassen sich auch die Entwicklungskosten reduzieren. Eclipse ist neben NetBeans von Sun ein Quasi-Standard. Durch die hohe Anzahl von Plug-Ins können Entwickler dabei auch individuelle Ausprägungen ihrer Projekte berücksichtigen. Ein weiterer Vorteil in diesem Zusammenhang: Entwickler mit entsprechenden Skills sind am Markt leichter zu rekrutieren und ihr Gehalt ist deutlich günstiger als das der Spezialisten für proprietäre Entwicklungsumgebungen. Reduzieren lassen sich Entwicklungskosten auch durch den Einsatz von freien Frameworks und Bibliotheken, die eine effiziente Implementierung ermöglichen und bewährte Lösungsansätze bieten.
4. Bereitstellung von Prototypen
Da es in einer frühen Phase eines Projekts in der Regel schwierig ist, Budgets einzuwerben, ist bei Evaluierung, Erprobung und Proof of Concept der Einsatz von Open Source-Produkten sehr hilfreich. Durch die kostenfreie Nutzung von Open Source-Systemkomponenten wie Datenbanken, Applikationsservern oder Content Management Systemen können Mitarbeiter Prototypen entwickeln und bereitstellen und damit die Risiken minimieren, die mit der Umsetzung der produktiven Applikation einhergehen. Im Prinzip ist es wie beim Autokauf: Müsste man für die Probefahrt eines neuen Autos bereits die volle Kaufsumme aufbringen, wäre der Handlungsspielraum sehr eingeschränkt.
5. Wartungsgebühren vs. Umstellungskosten
Will man die laufenden Betriebskosten senken, sollte man auch die jährlichen Wartungsgebühren für die eingesetzte Software kritisch beleuchten: Nach der Amortisation der Lizenzkosten kann sich der Wechsel zu einem Open Source-Produkt lohnen, wenn die jährlichen Wartungsgebühren – in der Regel 20 Prozent des Listenpreises – höher sind als die anfallenden Kosten einer Umstellung auf Open Source. Hierbei müssen natürlich auch die Funktionalität, die Leistungsfähigkeit und Support-Fragen berücksichtigt werden.
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